
Wer bin ich eigentlich noch?
Diese Frage hat mich in den vergangenen Jahren immer wieder begleitet.
Nach dem Mutterwerden. Nach Diagnosen. In Zeiten, in denen alte Rollen plötzlich nicht mehr funktioniert haben. Und auch dann, wenn ich gemerkt habe, dass manche Dinge, die lange selbstverständlich zu mir gehörten, heute gar nicht mehr so richtig passen.
Früher dachte ich, Identität sei etwas, das man irgendwann findet.
Dann weiß man, wer man ist.
Heute glaube ich eher, dass wir uns immer wieder begegnen.
Wir verändern uns. Rollen kommen dazu und verlieren an Bedeutung. Grenzen verschieben sich. Dinge, die uns einmal wichtig waren, fühlen sich plötzlich fremd an. Und manchmal müssen wir erst merken, was nicht mehr passt, bevor wir überhaupt wieder hören können, was uns eigentlich wichtig ist.
Dieser Raum sammelt Texte über genau diese Bewegung.
Über Identität und Selbstwahrnehmung. Über Grenzen, die wir manchmal erst sehr spät spüren. Über Werte, Entscheidungen und den eigenen inneren Kompass.
Nicht mit dem Ziel, irgendwann eine fertige Version von uns selbst zu sein.
Sondern vielleicht einfach ein kleines Stück näher bei uns anzukommen.
Wer bin ich, wenn sich mein Leben verändert?
Manchmal verändert sich das Leben zuerst.
Und wir kommen mit unserem Selbstbild erst ein bisschen später hinterher.
Mutterwerden, Krankheit, Veränderungen im Beruf, neue Lebensphasen – all das kann Rollen verschieben, die vorher selbstverständlich waren.
Plötzlich passen alte Antworten auf die Frage „Wer bin ich?“ nicht mehr ganz.
Sich selbst wieder näher kommen – über Identität, Wandel und innere Nähe
Ich habe früher geglaubt, dass es diesen einen Moment gibt, in dem man sich selbst gefunden hat.
Heute glaube ich das nicht mehr.
In diesem Text geht es darum, wie Identität sich verändert, wenn Rollen nicht mehr tragen wie früher – und warum Sich-selbst-Finden vielleicht weniger ein Ziel als eine immer wiederkehrende Annäherung ist.
Herzlich willkommen, Identitätskrise
Oder vielleicht doch Midlife-Crisis?
Nur ohne Sportwagen.
In diesem Text begegne ich früheren Versionen von mir: meiner Karriere, meinen Vorstellungen von Leistung, alten Statussymbolen und sogar meinen Disney-Schneekugeln.
Und ich frage mich, was passiert, wenn vieles, das einmal selbstverständlich zu mir gehört hat, nicht mehr zu meinem heutigen Leben passt.
Wer war Nina, bevor das alles angefangen hat?
Manchmal schaue ich zurück und frage mich nicht nur, wer ich heute bin.
Sondern auch, wer ich einmal war.
Dieser Text führt zurück zu einer Nina vor Krankheit, großen Veränderungen und all den Fragen, die später dazugekommen sind.
Nicht aus Sehnsucht danach, wieder genau diese Person zu werden.
Sondern um besser zu verstehen, was geblieben ist – und was sich verändern durfte.
Wir bestehen aus mehr als einer Version von uns
Ich glaube nicht mehr daran, dass ich mich auf eine einzige Eigenschaft, Rolle oder Version von mir reduzieren muss.
Ich bin Mutter.
Und Frau.
Chronisch krank und gleichzeitig voller Ideen.
Ich brauche Ruhe und möchte trotzdem gestalten.
Ich kann Grenzen brauchen und gleichzeitig Verbindung suchen.
Vielleicht müssen diese Dinge gar nicht aufgelöst werden.
Warum mein Leben ein Mosaik ist
Ich stelle mir meine Identität inzwischen manchmal wie ein Mosaik vor.
Viele unterschiedliche Steine. Unterschiedliche Farben. Manche gerade sehr groß, andere fast unsichtbar.
Und trotzdem ergibt all das gemeinsam ein Bild.
Dieser Text handelt von meinen verschiedenen inneren Anteilen, meinen Werten und der Frage, ob es wirklich darum geht, alles perfekt auszubalancieren – oder eher darum, immer wieder hinzuschauen, ob mein Leben noch zu dem passt, was mir wichtig ist.
Warum ich irgendwann begonnen habe, meine inneren Anteile kennenzulernen
Ein Teil von mir möchte Ruhe.
Ein anderer übernimmt Verantwortung.
Einer möchte Harmonie.
Und irgendwo dazwischen sitzt noch jemand, der kreativ sein, gestalten und leben möchte.
Lange fühlte sich diese Widersprüchlichkeit für mich eher nach Chaos an.
Bis ich begann, meine inneren Anteile nicht als Problem, sondern als unterschiedliche Seiten und Schutzstrategien von mir zu betrachten.
Grenzen spüren – und ihnen glauben
Zu wissen, wer wir sind, bedeutet für mich inzwischen auch zu erkennen, wo wir enden.
Und wo etwas beginnt, das gerade zu viel ist.
Nur leider reicht es nicht immer, eine Grenze theoretisch zu kennen.
Manchmal spüren wir sie – und gehen trotzdem weiter.
Manchmal sagen wir Ja, bevor wir überhaupt bemerkt haben, dass wir eigentlich Nein meinen.
Und manchmal wissen wir längst, was wir brauchen, aber die mögliche Reaktion eines anderen Menschen fühlt sich lauter an als unser eigenes Gefühl.
Grenzen setzen, wenn man gelernt hat, sich anzupassen
Ein Nein kann erstaunlich verletzlich sein.
Besonders dann, wenn Anpassung, Harmonie oder das Kümmern um andere lange Sicherheit gegeben haben.
In diesem Text geht es darum, warum Grenzen setzen manchmal viel mehr ist als einfach nur Nein zu sagen – und warum mein Ja inzwischen ein bisschen langsamer werden darf.
Zwischen eigenen Grenzen und innerem Anspruch – warum es so schwer ist, auf den Körper zu hören
Ich wusste, dass ich eine Grenze erreicht hatte.
Und bin trotzdem weitergegangen.
Dieser Text beginnt mit einem körperlichen Zusammenbruch auf einer Reise – aber eigentlich geht er um etwas viel Größeres: das Spannungsfeld zwischen dem, was wir noch wollen, und dem, was unser Körper oder unsere Ressourcen gerade tragen können.
Und um die Frage, warum wir unsere Grenzen häufig erst dann ernst nehmen, wenn sie nicht mehr zu überhören sind.
Werte als innerer Kompass
Wenn sich außen vieles verändert, brauche ich etwas, das mir innen Orientierung gibt.
Für mich sind das zunehmend meine Werte.
Nicht als weitere Regeln.
Nicht als Liste dessen, was ich unbedingt perfekt leben sollte.
Eher als Richtung.
Eine Möglichkeit zu fragen:
Passt das noch zu mir?
Ist mir das wirklich wichtig?
Und wenn ich nicht alles gleichzeitig schaffen kann – worauf möchte ich meine begrenzte Zeit und Energie dann eigentlich verwenden?
Warum Werte manchmal wichtiger sind als Ziele
Ziele sagen uns, wo wir ankommen möchten.
Werte sagen uns etwas darüber, wie wir unterwegs sein wollen.
Für mich ist dieser Unterschied immer wichtiger geworden.
Besonders in einem Leben, in dem Pläne nicht immer planbar sind.
Lebensziele und die Big Five for Life – deinen inneren Kompass finden
Welche Dinge sollen in meinem Leben wirklich Raum bekommen?
Die Idee der Big Five for Life hat mir geholfen, nicht nur über klassische Ziele nachzudenken, sondern darüber, was ich erleben, gestalten und in meinem Leben bewusst wichtig nehmen möchte.
Nicht als To-do-Liste fürs Leben.
Eher als Orientierung.
Selbstbewusstsein statt Selbstoptimierung
Ich möchte mich inzwischen weniger fragen:
Wie werde ich eine bessere Version von mir?
Und häufiger:
Wie gut kenne ich eigentlich die Person, die ich heute schon bin?
Für mich liegt darin ein großer Unterschied.
Selbstbewusstsein bedeutet dann nicht, besonders selbstsicher aufzutreten.
Sondern sich selbst wahrzunehmen.
Die eigenen Bedürfnisse. Grenzen. Muster. Wünsche und Werte.
Und daraus langsam ein Leben zu bauen, das nicht unbedingt beeindruckender wird – aber vielleicht stimmiger.
Vielleicht müssen wir uns gar nicht endgültig finden
Je länger ich mich mit Identität beschäftige, desto weniger glaube ich an ein endgültiges Ankommen.
Vielleicht werde ich mich in fünf Jahren wieder anders erleben.
Vielleicht verändern sich meine Werte.
Vielleicht kommen neue Rollen dazu und andere werden kleiner.
Vielleicht werde ich manches loslassen, von dem ich heute noch glaube, dass es unbedingt zu mir gehört.
Das fühlt sich inzwischen weniger bedrohlich an.
Denn vielleicht besteht die Aufgabe gar nicht darin, ein für alle Mal herauszufinden, wer wir sind.
Vielleicht reicht es, immer wieder neugierig zu fragen:
Wer bin ich heute?
Was ist mir gerade wichtig?
Wo liegt meine Grenze?
Und fühlt sich das Leben, das ich gerade führe, noch nach mir an?
Ich kenne die Antworten darauf auch nicht immer.
Aber vielleicht ist schon das Fragen eine Form davon, bei sich zu bleiben.



