Ein ehrlicher Einblick in das Leben einer Mama zwischen Zauber und Selbstakzeptanz
Wenn Zauber und Realität aufeinandertreffen
Ich liebe es, für meine Kinder eine gewisse Art von Zauber ins Leben zu bringen. Feste, Rituale und besondere Tage gehören für mich dazu – nicht, weil alles perfekt sein muss, sondern weil diese Momente etwas in ihnen zum Leuchten bringen. Wenn ich ihre aufgeregten Stimmen höre, ihr Lachen sehe und spüre, wie sie ganz im Moment aufgehen, fühlt sich das Leben leicht an. Für einen Augenblick scheint alles gut, hell und stimmig.
In den vergangenen Monaten gab es viele solcher Momente. Feiern, Begegnungen, intensive Tage. Und gleichzeitig war da immer auch die Realität meines Körpers. Eine Realität, die leiser ist, aber beständig. Eine chronische Erkrankung, die meine Energie verändert hat, meine Planung, meine Selbstverständlichkeit. Ich bereite Dinge heute anders vor, vorsichtiger, reduzierter – und trotzdem meldet sich dieser alte Anspruch, es „schön“ machen zu wollen. Für die Kinder. Für andere. Und nicht zuletzt für mich selbst.
Ein Fest – und alles, was man nicht sieht
Vor einiger Zeit habe ich wieder angefangen zu arbeiten, in der Hoffnung, dass mir eine neue Aufgabe guttut und meinen Blick ein wenig von meiner Gesundheit weglenkt. Und das hat sie auch. Gleichzeitig wurde mir in dieser Zeit sehr deutlich, wie wenig selbstverständlich meine Kraft inzwischen ist. Wie schnell ich an Grenzen stoße, die früher kaum eine Rolle gespielt haben.
Mein neues inneres Motto lautet seitdem:
Nicht stressen lassen. Es ist, wie es ist.
Ich übe noch, das wirklich zu leben.
Es gibt Tage, an denen mein Körper sehr klar signalisiert, dass es zu viel war. Nicht laut und nicht dramatisch, sondern still und eindeutig. Dann tut jeder Knochen weh, jede Bewegung kostet Kraft, und selbst das Dabeisein fühlt sich anstrengend an. Und trotzdem entscheide ich mich oft bewusst dafür, präsent zu sein. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Liebe – weil ich weiß, wie wichtig diese gemeinsamen Momente für meine Kinder sind.
Wenn der Körper Stopp sagt
Manchmal bedeutet das auch, loszulassen. Entscheidungen zu treffen, die früher schwergefallen wären. Dinge zu vereinfachen. Hilfe anzunehmen. Oder ganz pragmatisch Essen zu bestellen, statt selbst zu kochen. Früher hätte sich das wie ein Scheitern angefühlt. Heute fühlt es sich eher nach Fürsorge an.
Und doch meldet sich parallel etwas anderes. Ein leises schlechtes Gewissen. Eine Traurigkeit darüber, wie viel weniger ich heute schaffe als früher. Wie begrenzt meine Kraft geworden ist. Wie sehr ich meinen alten Körper vermisse. Ich liebe es, Gastgeberin zu sein, Menschen einzuladen, Gemeinschaft zu leben – und zu akzeptieren, dass selbst kleine Dinge inzwischen anstrengend sein können, tut weh.
Zwischen Dankbarkeit und Wut
Da ist Dankbarkeit für das, was möglich ist.
Und gleichzeitig Wut.
Wut auf meinen Körper.
Wut auf die Krankheit.
Wut auf all die Einschränkungen, die ich mir nicht ausgesucht habe.
Diese Gefühle existieren nebeneinander. Und das auszuhalten, ist nicht immer leicht.
Meine inneren Gegner
Meine heutigen Gegner sind leise und unsichtbar. Sie begleiten mich im Alltag, auch wenn niemand sie sieht:
- mein Körper, der nicht mehr so funktioniert wie früher
- mein Perfektionismus, der mir einflüstert, dass „gut genug“ nicht reicht
- meine Wut, die sich manchmal gegen mich selbst richtet
- meine Traurigkeit, die auftaucht, wenn ich merke, wie viel sich verändert hat
Ich lächle, plane, organisiere – und trage all das gleichzeitig in mir.
Wenn Loslassen kein Aufgeben ist
Vielleicht ist genau das eine Einladung zum Umdenken. Nicht alles festzuhalten, wie es einmal war, sondern neue Wege zuzulassen. Vielleicht dürfen Feste anders aussehen. Vielleicht darf ich Verantwortung abgeben oder Unterstützung annehmen. Vielleicht darf Freude weniger Kraft kosten.
Ich kann meine Situation nicht immer verändern, aber ich kann lernen, ihr anders zu begegnen.
Wie ich lerne, mit meinen Gefühlen zu leben
Ich habe keinen perfekten Umgang mit meiner Wut oder meiner Enttäuschung. Aber ich beginne, ihnen zuzuhören. Manchmal hilft Schreiben. Manchmal Weinen. Manchmal Lachen. Und manchmal hilft einfach, es auszuhalten.
Langsam verstehe ich, dass diese Gefühle keine Feinde sind. Sie zeigen mir, was mir wichtig ist, was ich vermisse – und wie stark mein Wunsch ist, trotzdem zu leben.
Akzeptanz ist kein Aufgeben
Ich möchte lernen, meine Krankheit nicht als Gegnerin zu sehen, sondern als Teil meines Lebens. Nicht romantisiert. Aber auch nicht bekämpft. Ich möchte feiern – vielleicht kleiner, vielleicht anders, aber mit derselben Liebe. Ich möchte lachen, reisen, Erinnerungen schaffen. Ich möchte meine Kinder begleiten, so gut ich kann, so ehrlich wie möglich.
Und vielleicht ist genau das meine sanfte Rebellion: nicht aufzugeben, sondern mich immer wieder bewusst für das Schöne zu entscheiden – mitten in den Grenzen.
Was mich weiterträgt
Ich glaube, wir alle kämpfen mit unseren eigenen Gegnern – sichtbaren und unsichtbaren. Vielleicht ist es bei dir keine Krankheit, sondern Erschöpfung, das Gefühl, dich selbst verloren zu haben, oder der ständige Spagat zwischen Ansprüchen und Bedürfnissen.
Und vielleicht reicht manchmal genau das: da sein, atmen, fühlen, akzeptieren. Und eine leise Entscheidung treffen, dich selbst nicht länger zu verlassen.
✨ „Die sanfte Rebellion“ ist ein Ort für Mamas, die lernen wollen, wieder bei sich anzukommen – ohne Perfektion, ohne Schuldgefühle, ohne ständiges Müssen. Sanft, ehrlich und echt.
Wenn du gerade etwas Handfestes brauchst, das den Tag ein bisschen bewohnbarer macht: Hier findest du kleine Werkzeuge und sanfte Orientierung.




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