Diese Einträge sind mittendrin entstanden.
Ohne Rückblick. Ohne Glättung.
Sie sind Notizen aus einem Hier und Jetzt,
das nicht geradlinig verläuft.
Ich teile sie so, wie sie waren.
03.11.
Heute denke ich darüber nach, ob mir die Arbeit, die ich aktuell mache, wirklich guttut und ob ich sie weitermachen soll. Mich zerreißt der zeitliche Stress, den ich gerade empfinde. Und Stress kann ich aktuell nicht gebrauchen. Mein Körper signalisiert auf jeden Fall, dass es ihm zu viel ist.
06.11.
Nachdem ich jetzt einige Nächte kaum erholsamen Schlaf bekommen habe, bin ich heute Morgen ein wenig fitter wach geworden. Mir steckt immer noch ein kleiner Schub in den Knochen. Mein Rücken schmerzt. Aber mein Kopf ist klar. Das ist gut.
07.11.
Morgen habe ich den Termin beim Herzspezialisten, und nachdem ich nun den Fragebogen für den Termin ausgefüllt habe, werde ich langsam nervös.
Was, wenn da etwas gefunden wird?
Aber es bringt nichts, sich jetzt darüber Gedanken zu machen. Worüber ich mir aber auch immer wieder Gedanken mache, ist, ob die Arbeit so Sinn macht. Habe ich richtig entschieden? Ja, es beschäftigt und lenkt auch ab. Aber es nimmt auch unendlich viel Zeit von den Dingen weg, die ich eigentlich machen müsste.
09.11.
Ich hatte gestern einen Termin beim Kardiologen. Es stehen jetzt noch einige Untersuchungen an, aber sie denkt, dass alles gut sein wird. Sie sagte aber auch, dass ich vielleicht darüber nachdenken sollte, mit der Arbeit kürzerzutreten. Sie versteht, warum ich arbeiten möchte, ist aber auch der Meinung, dass mein Körper versucht, mir etwas zu sagen.
Ich werde mir bis Ende November Zeit lassen, darüber nachzudenken und eine Entscheidung zu treffen. Dafür werde ich wohl noch ein wenig brainstormen und eine Pro-und-Contra-Liste erstellen.
10.11.2025
Ich habe heute in den sozialen Medien einen Beitrag einer Frau mit Autoimmunerkrankung* gelesen, der sehr gut ausdrückt, wie auch ich mich fühle.
Mein Kopf will. Mein Körper kann nicht.
Diese Diskrepanz ist eine der härtesten Wahrheiten bei chronischer Krankheit.
Ich habe immer Ideen, Pläne, Motivation. Mein Kopf läuft auf Hochtouren. Ich will das Leben gestalten – nicht nur bewältigen.
Und dann kommt mein Körper. Zieht die Bremse.
Es fühlt sich an, als würde ich ständig zwischen zwei Realitäten leben: der, die im Kopf möglich ist – und der, in der mein Körper existiert.
Es ist kein Aufgeben, wenn man anhält. Es ist Respekt.
Vor einem Körper, der so viel trägt.
Ich lerne, beides zu halten: den Wunsch nach Leben – und die Grenze meines Körpers.
Das ist keine Schwäche. Das ist Balance.
12.11.
Ich hatte gestern ein gutes Gespräch mit meinem Arbeitgeber, und ich bin mir nun sehr sicher, dass ich das mit der Arbeit gut hinbekomme. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass ich auch gesundheitlich noch ein paar gute Schritte mache, sodass ich meine Diagnosen noch ein wenig besser in den Griff bekomme.
16.11.
Ich hatte heute Morgen einen neuen Ausschlag auf meinem Körper. Bisher ist das nur passiert, wenn sich in meinem Körper ein schwerer Schub entwickelt. Bisher ist der Ausschlag klein, aber da ich seit Start der Medikamente Ende Juni keinen Ausschlag mehr hatte, macht mir das natürlich Sorgen.
19.11.
Mein Mann hat die Kinder gefragt, welche Farbe ich bin. Mein Großer hat gesagt: krank.
Ist das traurig? Heißt es nur, dass das bei ihm gerade sehr präsent ist? Ist das okay? Normalisiert es, dass ich krank bin?
20.11.
Mein Körper hat sich wieder ein klein wenig erholt. Aber ich merke immer noch, dass nicht die volle Energie da ist. Die letzten Tage haben mich geschlaucht. Sie haben mir aber auch gezeigt, dass ich mehr schaffen kann, als ich denke.
27.11.
Heute Morgen bin ich komplett fertig wach geworden. Die Nächte sind seit einigen Tagen immer weniger erholend. Vielleicht liegt das an dem Herzmonitor. Oder daran, dass ich gestern einen schlimmen Migräneanfall hatte und dazu noch einen Moment der Überforderung in einer großen Menschenmenge. Oder es ist alles zusammen. So ist das ja auch manchmal.
Ich mache also heute so langsam, wie es geht.
28.11.
Heute freue ich mich über alle Maßen auf unseren Weihnachtsausflug. Die Nächte sind aktuell immer noch eine kleine Katastrophe. Aber die Zeit mit meinen Kindern ist ein wahrer Lichtblick in meiner gesundheitlichen Dunkelheit.
*Der Name der Frau mit Autoimmunerkrankung ist Ira Schiwek. Ich bin durch ihr Buch „44 Impulse für deinen autoimmunen Alltag“ auf sie aufmerksam geworden. Es hat mir kurz nach meinen Diagnosen sehr dabei geholfen, meine Gedanken zu ordnen und neuen Mut zu finden, diesen Weg selbstbestimmt gehen zu wollen.
Wenn du gerade etwas Handfestes brauchst, das den Tag ein bisschen bewohnbarer macht: Hier findest du kleine Werkzeuge und sanfte Orientierung.




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